Sie sind hier:

Goldschmiedehandwerk

Von der Idee zum Meisterstück

Der Ring

Diamanten - Brillanten

Zirkonia

Opale

Perlen

Gold

Platin

Silber

Lexikon

Pflegetipps

FAQ

Suchen nach:

Allgemein:

Startseite

Aktuelle Angebote

Abstimmung

Gästebuch

Kontakt

Impressum

AGB

Die Geschichte des Platins beginnt mit der Kolonialzeit der Spanier. Als die spanischen Eroberer begannen die Goldschätze Südamerikas auszubeuten, kamen sie auch mit dem Platin in Konfrontation. Sie entdeckten es 1735 in Columbien und nannten es „Plata“, was Silber bedeutet.

Jedoch konnten bereits in einigen altägyptischen Schmuckstücken aus Gold, durch metallurgische Untersuchungen, einige Spuren von Platin erkannt werden. Aufgrund der sehr ähnlichen Dichte der beiden Metalle Gold und Platin waren sie für die damalige Zeit bei der Wascharbeit nicht trennbar. Außer einem Metallgefäß aus der Zeit des 7.Jh.v.Chr., das als Tauschierarbeit Platin zeigt, ist es im nahen und fernen Orient, sowie in Europa zur Zeit der Antike und des Mittelalters, nahezu unbekannt.

An der Küste von Esmeraldas, bei La Tolita und Atacames im ehemaligen Inkareich - dem heutigen nördlichen Ecuador - sind zuerst Funde fertiger, halbfertiger und begonnener Kunstgegenstände vorkolumbianischer Zeit aus Platin-Gold-Silber-Legierungen bekannt geworden.

Die schmutzigbraunen Fluten der Flüsse Kolumbiens mit ihrer goldhaltigen Erde, hatten genügend Seifengold an den Flussufern abgelagert, um so mit Hilfe von Pfannen den Goldstaub auswaschen zu können. Dieses Verfahren ist auch heute noch bekannt.

Die Indios der präkolumbianischen Zeit hielten das helle Metall für "unreifes Gold" und warfen es meistens in den Fluss zurück, wo es wieder zu gelbem Gold ausreifen sollte. Man sprach vom sogenannten "Blacksand". Gelegentlich behielten es die Kolumbianer und verarbeiteten es gemeinsam mit Gold, wie es sich an Hand einzelner historischer Schmuckstücke nachweisen lässt.

Die Schwierigkeit der Indianer lag beim Schmelzen der gefundenen, gräulichen Körner. Da die Holzkohlenfeuer nicht genug Hitze entwickelten, um das Platin zum Schmelzen zu bringen, erfanden die Indianer eine Technik, die man heute als Pulvermetallurgie bezeichnet.

Die damaligen Goldschmiede vermischten Platinkörner mit Goldstaub, und erreichten durch abwechselndes Erhitzen und Hämmern, dass die beiden Metalle sich fest miteinander verbanden. In einigen Schmuckstücken wurde der Kontrast dadurch besonders gehoben.

1748 wurde erstmals eine schriftliche Mitteilung über Platin getätigt. A. de Ulloa berichtete in seiner Relacion Historica del Viage a la America Meridional in Madrid, dass ein Metall mit dem Namen "PLATINA" (Deminutivform von Plata "Silber") bei den Silber- und Goldvorkommen von Choco (Neugranada, Kolumbien), nicht abgebaut bzw. ausgebeutet werden könne, da es nicht leicht sei es zu zerbrechen oder zu zerkleinern. Auch das Feuer bezwinge es nicht.

Auch Julius Caesar Scalinger berichtet um 1557 von Metallerzfunden zwischen Mexiko und Darien, vermutlich in Nordwestkolumbien, wo es ein Metall gäbe, das durch kein Feuer und keine spanischen Künste geschmolzen werden kann.

Bei diesem Stein scheiterten alle Versuche, dass in ihm enthaltene Metall herauszuholen. Somit traten für die damaligen Schürfer neue Erkenntnisse auf. Es gibt außer Gold und Silber noch andere Metalle, die sich nicht schmelzen lassen, d.h. dass nicht alle Metalle die Eigenschaft haben schmelzbar zu sein.

Jedenfalls hatte die sogenannte "Neue Welt" etwas, das in Europa bisher unbekannt war. Somit beschäftigten sich die damaligen Wissenschaften mit dem neuen schmirgelähnlichen grauen Stein, der etwas glänzt, sehr schwer zu bearbeiten ist und auf das Intensivste dem Feuer widersteht.

Alvaro Alonzo Barba schrieb um 1640, dass der gräuliche Stein in Potosi (Bolivia), Chocaya und anderen Stellen zusammen mit schwärzlichen und rötlichen Erzen, die Gold liefern, gefunden wird. Als die spanischen Schiffe dieses Erz nach Europa brachten und es bekannt wurde, setzte eine große Nachfrage ein, und man musste einen Weg finden, dieses Metall zu klassifizieren und zu orten, denn man verwendete das Platin zum Verfälschen des fast ebenso dichten Goldes.

Man hatte ja noch keine genaue Analyse über das gräuliche Erz, denn es bestand zunächst keine Möglichkeit es vom Platin zu trennen. Durch die Betrügereien, die sofort aufflammten, musste die spanische Regierung von Neugranada 1758/59 Gegenmaßnahmen treffen. Man ging dabei soweit, dass ein Beamter der damaligen Münze von Popayan im Auftrag der Regierung das beim Goldwaschen angefallene Platin kontrollierte, und es wieder in den Fluss zurückwerfen ließ.

In Europa verwendete man das Platin bis 1900 zur Verfälschung von Goldmünzen.

Erst im 18. und 19. Jh. gewann das Platin bei den Goldschmieden Europas zunehmend an Bedeutung. Zuvor musste jedoch die Wissenschaft ihre Fühler ausstrecken und das neue Metall für die Metallverarbeitung vorbereiten.

Eines erkannte man jedenfalls sofort: "dieses Metall ist mit besonderen Eigenschaften ausgestattet und keineswegs nur eine minderwertige Abart des Silbers, so wie die Spanier und manche Wissenschafter glaubten".

Leider ist aus der anfänglichen Schmuckgeschichte des Platins nur ein Stück erhalten geblieben, das man zu jenen zählt, die das große Können der damaligen Goldschmiede widerspiegelt. Es ist ein Messkelch von Chaberaud, ein Geschenk Karls III. von Spanien an Papst Pius VI.

Der Platinkelch ist heute im Besitz der Erzdiözese von Philadelphia. Eine weitere besondere Platinarbeit befindet sich im Metropolitan Museum of Philadelphia. Es ist eine Zuckerdose von Marc Etienne Janey, dem Hofgoldschmied Ludwigs XVI. von Frankreich. Dazu sollte es auch eine "Cafetiere" geben, die aber seit dem 2. Weltkrieg verschollen ist.

zurück